Der Pokal bleibt in Halle...
Als es am Sonntagabend nach 60 Minuten 4:4 stand zwischen den Saale Bulls Halle und den Blue Lions, war klar, dass es für das Löwenrudel nicht zum Double gereicht hatte. Stattdessen konnte die Bullenherde vor heimischem Publikum den Pokal der Regionalligen Nord und Ost in Empfang nehmen und feiern.
Die meisten der zahlreich angereisten Leipziger Anhänger hatten das Spiel wohl schon nach dem ersten Drittel abgeschrieben. Das hatten die Bulls mit 2:0 für sich entschieden und ihr Verlangen nach der Trophäe damit deutlich gemacht. Die Löwen wirken in diesem Spielabschnitt kraft- und ideenlos.
Was in der ersten Drittelpause in der Kabine passierte, wird wohl ein Geheimnis bleiben, allerdings schien „Travo" genau den richtigen Ton gefunden zu haben, denn aus der Kabine kam eine wie verwandelt wirkende Mannschaft aufs Eis. 45 Sekunden waren gespielt, als Lars Hoffmann mit Puck ins Angriffsdrittel fuhr und einen Schuss zum Anschlusstreffer in den Maschen unterbrachte. Als kurz Zeit später Josef Potac einen weiteren Schlagschuss in das Tor von Norbert Pascha hämmerte, war zumindest der Ausgangszustand wieder hergestellt, nach Addition beider Spiele stand es 4:3. Umso ungläubiger und hoffnungsvoller wurden die Minen der Leipziger in der 27. Spielminute. In Unterzahl hatte Daniel Bartell die Scheibe etwas überraschend an der linken Bande erhalten. Sein Heil vor den Verteidigern in der Flucht nach vorn suchend stürmte er ins Drittel der Bullen und hielt einfach drauf. Mit dem angezeigten Tor zum 2:3 brach tosender Jubel im Gästefanblock aus - jetzt war alles möglich! Genau dieses Unmögliche schien schliesslich Lars Hoffmann möglich zu machen. Der Stürmer fuhr bei angezeigter Strafe einen Konter, an dessen Ende die Scheibe irgendwie über die Linie rutschte. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Blue Lions den Pokal komplett umgebogen, führten sie in der Addition doch erstmals mit 5:4.
Der Rest ist relativ schnell erzählt. Halle schaffte im Schlussdrittel den Ausgleich zum 4:4 und dem Löwenrudel schien das Pech an der Kelle zu kleben, als sie keine der erarbeiteten Chancen verwerten konnten. Fraglich war einzig noch die Entscheidung des Unparteiischen, der in der 56. Minute einen Treffer für Leipzig anzeigte. Diskussionen am Kampfgericht mit seinen Linesmen überzeugten ihn dann aber doch vom Gegenteil und das gegebene Tor wurde wieder aberkannt. Auch die verbleibenden vier Minuten brachten nichts zählbares mehr für die Jungs von Zdenek Travnicek, die sich trotz Kampfgeist nach diesem 4:4 in der Addition mit 6:5 geschlagen geben mussten. So blieb ihnen nichts anderes übrig, als nach dem Abpfiff die Hallenser bei der Übergabe des Pokals zu beobachten.
Bis Mittwoch kann das Löwenrudel nun die geschundenen Knochen schonen. Wann oder wo dann die Vorbereitungen auf die voraussichtlich letzten beiden Partien in Berlin erfolgen ist offen, da in der Alten Messe Eisarena m Montagmorgen der Strom abgeschaltet wurde...
Felix Kurtze

